Erkundungspirsch im Talek-Gebiet
Mittwoch, den 18. August 2010
Eigentlich steht ja eine Frühpirsch auf unserem Plan. Doch wir verschlafen gründlich und fahren so erst um 8.00 Uhr raus.
Trotz der späten Stunde und obwohl es nicht wirklich Erfolg versprechend ist, fahren wir langsam am Talek River entlang und halten sehr intensiv Ausschau nach einem Leoparden. Natürlich ist uns dieses Glück nicht vergönnt, aber wir sehen bis zum Frühstück trotzdem jede Menge Tiere:
Irgendwann treibt uns der Hunger zu einem Breakfast am River. Wir packen Tisch und Stühle vor das Auto und plündern unseren Picknickkorb. Ein Schweifglanzstar leistet uns Gesellschaft. Erst beäugt er uns auf einem Zweig sitzend von oben, später bringt er noch zwei Gefährten mit und tippelt mit ihnen immer vor unserer Nase entlang. Ihr Gefieder schillert im Sonnenlicht kräftig blau-lila.
Im Gras, nur wenige Meter vor uns läuft plötzlich ein Waran entlang. Diese Echse sehen wir hier zum ersten Mal in freier Wildbahn. Er ist sehr scheu und es bleibt kaum Zeit für ein paar gute Fotos. Schnell entschwindet er im hohen Gras und wir sehen ihn nur noch einmal kurz, als er über die Steine im Fluss die Seite wechselt. Wir verfolgen ihn noch ein wenig mit dem Fernglas und sehen so am andern Flussufer noch einen zweiten, etwas größeren Waran liegen.
Wir fahren weiter und nutzen diesen Tag nicht nur für Tierbeobachtungen, sondern wollen uns auch in dieser für uns recht unbekannten Ecke der Massai Mara eine Orientierung verschaffen.
Im weiteren Verlauf des Tages entdecken wir noch hoch im Baum einen Steppenadler und später auch einen Weißkopfbartvogel.
Überhaupt interessiere ich mich ja immer mehr für Vögel und betrachte es als besondere Herausforderung die teilweise farbenprächtigen Tiere mit der Kamera einzufangen. Meist gelingt mir das schon ganz gut bei den Vögeln, die nicht ständig hin und her flattern, sondern geduldig auf meine Kamera und mich warten.
Dieser kleine Gelbkehlgroßsporn bringt gerade eine Menge Geduld für mich auf.
Auch ein Oribi entdecken wir. Es gehört zu den Zwergantilopen und ist eigentlich in Afrika weit verbreitet. Wir sehen es erst zum zweiten Mal und erkennen es an dem schwarzen Mal unter den Ohren wieder. Das erste Oribi haben wir übrigens im März dieses Jahres in der Serengeti entdeckt. Wir konnten gar nicht einordnen, um welches Tier es sich handelt und vermuteten, dass es sich vielleicht um ein großes trächtiges Dik-Dik handelt. Erst Elvira konnte es anhand unserer Bilder genau bestimmen und hat uns gesagt, woran wir es sicher erkennen.
Um 18.15 Uhr sind wir wieder zurück im Camp. Daniel hat auch heute für uns Holz besorgt und es liegt bereits sorgfältig aufgeschichtet an unserer Feuerstelle.
Auch wenn wir heute noch keine Großkatzen gesichtet haben, sind wir zufrieden mit den Tierbeobachtungen des Tages.
Am Feuer wärmen wir heute nur die Reste vom gestrigen Abend auf und backen ein frisches Brot. Nach einer wohltuenden heißen Dusche laden wir unsere Fotos auf das Netbook und genießen den heutigen Tag noch einmal im Rückblick.


























